Die Sparkassen steigen tatsächlich ins Krypto-Geschäft ein. Erste Kunden können ab sofort Bitcoin, Ethereum und drei weitere Kryptowährungen direkt in der regulären App Sparkasse kaufen, verkaufen und verwahren – ganz ohne Umweg über eine separate Börsen-App.

Fünf Kryptowährungen zum Start

Zur Auswahl stehen Bitcoin, Ethereum, Ripple, Solana und Polygon. Technisch läuft das Angebot über die Dekabank, die Verwahrung übernimmt die Börse Stuttgart. Einen bundesweiten Starttermin gibt es nicht: Jede Sparkasse entscheidet selbst, wann sie das Feature freischaltet. Laut Deutschem Sparkassen- und Giroverband sollen monatlich 30 bis 40 weitere Institute hinzukommen, bis zur ersten Jahreshälfte 2027 soll der Großteil angebunden sein.

Wer bei seiner Sparkasse schon Zugriff hat, findet die Funktion in der App Sparkasse – ein separates Login oder eine neue App ist nicht nötig. Das Angebot richtet sich ausdrücklich an Selbstentscheider: Eine Beratung in der Filiale gibt es dazu nicht, ebenso wenig eine breite Werbekampagne.

Warnung trotz eigenem Angebot

Bemerkenswert ist der Kurswechsel an sich: Die Sparkassen hatten jahrelang offen vor Kryptowährungen gewarnt und explizit nicht dazu beraten. Diese Vorsicht bleibt auch jetzt in der App sichtbar – Kryptowährungen werden intern als hochspekulative Anlage eingestuft, mit deutlichem Hinweis auf Kursschwankungen bis hin zum Totalverlust. Für den klassischen Vermögensaufbau verweist die Sparkasse weiterhin auf Fonds, Sparpläne und Wertpapiere.

Für euch heißt das: Bitcoin & Co. landen damit erstmals im selben Login wie euer Girokonto, bei einem Institut, dem die meisten in Deutschland seit Jahren vertrauen. Praktisch ist das – ich finde aber, dass genau diese Nähe zum Giro- und Sparkonto manche dazu verleiten könnte, das Risiko zu unterschätzen, nur weil die App vertraut aussieht. Wer einsteigen will, sollte trotzdem erst in der App Sparkasse nachsehen, ob die eigene Filiale überhaupt schon dabei ist, statt direkt loszulegen.