Lieferando hat seine automatisch generierten KI-Essensbilder auf Speisekarten vorerst gestoppt. Grund sind peinliche Fehlgriffe, die zuletzt in der App auftauchten und für Spott im Netz sorgten.

Laut Golem.de erzeugte ein eigenes KI-Tool für viele Restaurants Fotos, ohne dass die Betreiber das überhaupt wollten. Dabei kam allerlei Kurioses heraus: ein Cheeseburger in Reisbrötchen, ein “Schnitzel Hawaii” als Puzzlekarton mit Südseemotiv oder Tigergarnelen, dargestellt als Schüssel mit badenden Tigerbabys. Ein Imbissbetreiber berichtete auf Reddit, Lieferando habe ihm die KI-Bilder aufgezwungen, obwohl er nie eigene Fotos hochgeladen hatte – echte Fotos wurden dabei teils sogar ersetzt.

Die britische Konzernschwester Just Eat war schon zuvor mit demselben Problem aufgefallen. Laut Resultsense nahm die KI dort Gerichtnamen auf Speisekarten viel zu wörtlich. Aus einem irischen “Soda Bread Breakfast” (Sodabrot mit Eiern, Bacon und Würstchen) machte die KI eine Limonade mit Fleisch- und Ei-Einlage. Just Eat entschuldigte sich und entfernte die Bilder, pausierte den Trial aber nur – das Tool soll weiterentwickelt werden.

Warum das für Restaurants mehr als eine Lachnummer ist

Fotos auf Speisekartens-Apps sind kein Beiwerk: Sie steigern nachweislich die Zahl der Bestellungen. Genau deshalb wollten beide Lieferdienste kleinen Restaurants ohne Budget für professionelle Food-Fotografie zu Bildern verhelfen. Das Problem: Studien zeigen, dass KI-generierte Bilder als weniger appetitlich wahrgenommen werden als echte Fotos – sobald Nutzer wissen, dass sie künstlich sind, sinkt die Wirkung.

Für euch als Kunden heißt das vorerst: Wer in der Lieferando-App ein verdächtig glattes oder schlicht falsches Essensfoto sieht, sollte es nicht für bare Münze nehmen. Ehrlich gesagt überrascht mich der Rückzieher nicht – wenn eine KI Namen wie “Soda Bread” wörtlich nimmt statt den kulinarischen Kontext zu kennen, war der Flop nur eine Frage der Zeit. Ganz vom Tisch ist das Thema aber nicht: Beide Unternehmen wollen die Bildgenerierung nur pausieren, nicht einstellen.

Ähnlich unausgereift zeigte sich KI zuletzt, als Amazon den KI-Einkaufsagenten Meta Muse blockierte – auch dort ging es um Vertrauen in automatisierte Systeme. Wie KI-generierte Inhalte generell mit eurem Vertrauen und euren Daten umgehen, zeigt auch unser Bericht zur Datenweitergabe durch KI-Chatbots.