KI-Chatbots geben Daten weiter: Werbenetze lesen mit
Eine Studie zeigt: KI-Chatbots geben Daten an Google, Meta und TikTok weiter. Betroffen sind ChatGPT, Gemini und Grok – so schützt ihr euch.

Was ihr einem KI-Chatbot erzählt, landet offenbar öfter bei Werbefirmen als gedacht. Eine neue Studie des Forschungsinstituts IMDEA Networks aus Madrid zeigt: Sechs von neun untersuchten Chatbot-Webversionen schicken Gesprächsinformationen an Tracking- und Werbedienste weiter – darunter Google, Meta und TikTok.
Welche Chatbots betroffen sind
Die Forscher haben ChatGPT, Claude, Perplexity, Grok, Gemini, Mistral AI, Meta AI, DeepSeek und Microsoft Copilot geprüft. Laut netzpolitik.org teilten sechs der neun Webversionen und drei von acht Android-Apps Gesprächsdaten mit Drittanbietern. Weitergegeben wurden unter anderem Chat-Titel, Chat-Links, wörtliche Eingaben und teils Screenshots.
Pikant: Schon Chat-Titel verraten viel. Aus einer Frage zu Parkinson-Symptomen wird laut Studie der Titel “Parkinson-Symptome im Frühstadium” – und genau solche Titel geben Gemini, Grok und Mistral an Dritte weiter. Anthropic, Mistral und Perplexity übermittelten laut stadt-bremerhaven.de zusätzlich E-Mail-Adressen, ChatGPT, Claude, Le Chat und Perplexity Nutzer-IDs. Kombiniert lassen sich Gespräche so einem Konto zuordnen.
Am schlechtesten schneidet Grok ab: Der Chatbot von xAI schickt im Browser Chat-Titel und Chat-Link an Meta, TikTok, Google und Twitter Analytics – bei Free- und Pro-Version gleich. Laut stadt-bremerhaven.de blieben zudem 80,8 Prozent der Drittanbieter-Tracker aktiv, selbst wenn Nutzer alle nicht notwendigen Cookies ablehnten. xAI reagierte laut netzpolitik.org bis zur Veröffentlichung Ende September nicht auf Anfragen der Forscher, zu diesem Zeitpunkt waren Grok-Chats weiterhin öffentlich abrufbar.
Zahlen oder teurer Tarif schützen nicht
Wer denkt, ein kostenpflichtiges Abo sei automatisch datensparsamer, irrt laut Studie meist. Die bezahlten Versionen der Chatbots zeigten größtenteils keine besseren Werte beim Datenschutz als die kostenlosen Varianten. Die Forscher informierten bereits im April 2026 europäische Datenschutzbehörden – passiert ist laut netzpolitik.org bislang wenig.
Ehrlich gesagt überrascht mich das Ausmaß trotzdem: Dass Werbenetzwerke in Apps mitlesen, ist bekannt, aber bei sensiblen KI-Gesprächen über Krankheiten oder Finanzen fühlt es sich nochmal anders an. Wer Chatbots für heikle Themen nutzt, sollte im Zweifel sparsam mit echten Namen und E-Mail-Adressen umgehen und Chat-Links nicht leichtfertig teilen – technisch lässt sich das Tracking laut Studie kaum unterbinden.
Mehr zum Umgang mit sensiblen Daten in Messengern findet ihr in unserem WhatsApp-Sicherheits-Ratgeber.