Chrome Safe Browsing: 10x besserer Phishing-Schutz
Google rüstet Chromes erweiterten Schutz mit Gemini-Analyse und ClickFix-Erkennung auf – so aktiviert ihr den zehnfach besseren Phishing-Schutz.

Google rollt gerade ein größeres Update für Chromes Safe Browsing aus. Wer den erweiterten Schutzmodus aktiviert hat, soll laut Google jetzt zehnmal besser vor Phishing und Online-Betrug geschützt sein als mit dem Standardschutz. Mehr als eine Milliarde Nutzer haben diesen Modus bereits aktiv.
Drei neue Schutzfunktionen
Bislang kannte Chrome bei Webseiten-Warnungen nur Schwarz-Weiß: entweder komplette Blockade oder gar keine Warnung. Neu ist eine Zwischenstufe für „verdächtige Websites“ – Seiten mit auffälligen Mustern, bei denen die Gefahr aber noch nicht hundertprozentig feststeht, bekommen jetzt eine angepasste Warn-Oberfläche statt eines harten Stopps. Eindeutig bösartige Seiten landen weiter hinter der bekannten roten Vollsperre.
Zweitens läuft die Betrugserkennung nicht mehr nur über ein lokales On-Device-Modell, sondern über ein serverseitiges Gemini-Modell. Das soll breiter erkennen: gefälschte Antivirenmeldungen, fingierte Update-Aufforderungen, nachgeahmte Marken. Google betont laut beiden Quellen, dass übertragene Seiteninhalte nur flüchtig verarbeitet und nicht fürs KI-Training genutzt werden – übermittelt wird laut mobiflip ohnehin nur bei deutlichen Betrugsindikatoren.
Drittens gibt es erstmals Schutz vor sogenannten ClickFix-Angriffen: Opfer werden dabei dazu gebracht, scheinbar harmlose Befehle zu kopieren und ins Terminal oder die Ausführen-Leiste einzufügen, die dann Schadcode starten. Chrome prüft jetzt beim Kopiervorgang mit, ob ein Befehl zu bekannten Angriffsmustern passt, und warnt, bevor er ausgeführt wird. Personenbezogene Daten werden laut Google vorher aus den geprüften Befehlen entfernt.
Was das für euch heißt
Die Funktionen setzen den „Erweiterten Schutz“ in den Chrome-Einstellungen unter „Datenschutz und Sicherheit → Sicherheit“ voraus – mit einem Klick aktiviert. Der Rollout läuft laut Google weltweit, Aktivierung bleibt freiwillig. Wer Chrome beruflich oder für Online-Banking nutzt, sollte den Modus einschalten: ClickFix-Angriffe etwa umgehen klassische Download-Warnungen komplett, weil das Opfer die schädliche Aktion selbst ausführt.
Ehrlich gesagt ist der Wechsel auf ein serverseitiges KI-Modell der interessantere Teil der Ankündigung, nicht die werbewirksame „10x“-Zahl. Dass Google den Abgleich jetzt in die Cloud verlagert, bedeutet mehr Rechenkraft gegen neue Betrugsmaschen – aber auch, dass mehr Seiteninhalte an Google-Server gehen, selbst wenn sie laut eigener Aussage nicht gespeichert werden. Wer dem nicht traut, lässt den erweiterten Schutz eben aus und verzichtet auf die zusätzliche Erkennung.
Mehr zu Browser-Sicherheit findet ihr in unserem Text zum Chrome-154-Sicherheitsupdate, das 108 Lücken schloss.