Signal macht zwei große Schritte auf einmal: Konten lassen sich ab sofort ohne Telefonnummer anlegen, und die Backup-Funktionen wurden grundlegend überarbeitet. Beides zusammen macht den Messenger deutlich flexibler — vor allem für Leute, die ihre Nummer nicht preisgeben wollen.

Die telefonnummernlosen Konten stehen vorerst nur auf Android zur Verfügung und kosten einmalig 3 US-Dollar. Die Gebühr soll Spammer ausbremsen, der Dienst selbst bleibt spendenfinanziert und kostenlos. Wer ein solches Konto anlegt, bekommt eine 32 Zeichen lange Kontonummer und einen Wiederherstellungsschlüssel. Beides gut aufbewahren — Signal speichert bewusst keine Verknüpfung zwischen Username und Konto. Zusätzlich lassen sich Passkeys und TOTP-basierte Zwei-Faktor-Authentifizierung einrichten.

Was ändert sich bei den Backups?

Lokale Backups auf dem Gerät waren bisher Android-exklusiv. Ab iOS-Version 8.30 gibt es sie auch auf dem iPhone und allen Desktop-Varianten (Linux, macOS, Windows). Ein neues einheitliches Format speichert Medien in separaten Ordnern, dedupliziert identische Dateien und spart so deutlich Platz. Als Speicherort taugt jetzt auch eine externe Festplatte oder ein NAS im Heimnetz.

Der Plattformwechsel wird damit erstmals unkompliziert: Egal ob von iOS zu Android oder umgekehrt — Signal überträgt Chatverläufe per WiFi-Direktverbindung zwischen beiden Geräten, schnell und Ende-zu-Ende-verschlüsselt.

Wer die Online-Backups nutzt, kann außerdem Speicher auf dem Handy freigeben: Ältere Medien werden durch Thumbnails ersetzt, die Originale bleiben verschlüsselt auf Signals Servern. Textnachrichten sind zeitlich unbegrenzt und kostenlos gesichert, Medien der letzten 45 Tage ebenfalls. Für 2 US-Dollar im Monat fällt das Zeitlimit weg, dann speichert Signal bis zu 100 GB.

Ehrlich gesagt finde ich die Kombination aus nummernlosem Konto und plattformübergreifenden Backups überzeugend. Wer seinen WhatsApp-Account absichern will, sollte sich auch bei Signal die neuen Sicherheitsoptionen ansehen. Der Vergleich zu WhatsApps neuem Passwort-System zeigt: Beide Messenger rüsten beim Kontoschutz auf — Signal geht mit dem Verzicht auf die Telefonnummer aber einen Schritt weiter.