Schneider Electric steht vor der Übernahme der Shelly Group. Der französische Industriekonzern bewertet den bulgarischen Smart-Home-Spezialisten mit rund 1,2 Milliarden Euro — das haben beide Unternehmen am 24. September 2026 gemeinsam bekannt gegeben.

Shelly hat sich mit niedrigpreisigen IoT-Komponenten einen Namen gemacht: smarte Steckdosen, Unterputz-Schaltrelais, Strommessgeräte und Sensoren, die sich in Matter, Zigbee und Home Assistant einbinden lassen. Schneider Electric ist dagegen vor allem für professionelle Großanlagen, Energieverteilung und Rechenzentrumsinfrastruktur bekannt. Mit dem Zukauf will der Konzern sein Consumer-Smart-Home-Geschäft ausbauen.

Was ändert sich für Shelly-Nutzer?

Die Gründer und Hauptaktionäre unterstützen das Angebot. Shelly soll als eigenständige Marke und Geschäftseinheit innerhalb von Schneider Electric fortgeführt werden. Hauptsitz, Organisation und Belegschaft in Bulgarien sollen laut Vereinbarung für mindestens drei Jahre erhalten bleiben. Das Übernahmeangebot steht noch unter dem Vorbehalt kartell- und investitionsrechtlicher Genehmigungen; ein Abschluss wird im ersten Quartal 2027 erwartet.

Schneider Electric hat mit der Übernahme von Merten bereits starke Wurzeln im deutschen Markt. Über das weltweite Vertriebsnetz des Konzerns könnte Shelly schneller wachsen — ehrlich gesagt macht mir aber eher Sorgen, ob die offene Plattform und die niedrigen Preise langfristig bleiben. Bei Übernahmen dieser Größenordnung kippt die Produktstrategie erfahrungsgemäß irgendwann Richtung Konzernlogik.