Nothing erweitert seine Over-Ear-Reihe nach oben: Der Headphone (1) Pro kommt mit einer ungewöhnlichen Drei-Treiber-Architektur und kostet 349 Euro. Ab heute ist er in Deutschland erhältlich — das bisherige Basismodell bleibt parallel im Programm.

Pro Ohrmuschel stecken ein 40-mm-Basstreiber, ein 13 × 8 mm großer Precision-Treiber für Mitten und ein xMEMS-Hochtöner mit Silizium-Membran. Zusammen decken sie 20 Hz bis 40.000 Hz ab. Die Abstimmung hat Nothing gemeinsam mit den Metropolis Studios in London übernommen — ein physischer Schalter aktiviert einen neutralen Flat EQ, der sämtliche Sound-Anpassungen umgeht. Beim ANC kommen zehn statt sechs Mikrofone zum Einsatz, die bis zu 46 dB Dämpfung liefern sollen.

Was steckt noch drin?

Bluetooth 6.1 mit LDAC (24 Bit/96 kHz), Auracast-Broadcast und USB-C-Audio bis 24 Bit/192 kHz — plus ein klassischer AUX-Anschluss. Die Akkulaufzeit liegt bei 30 Stunden mit ANC, ohne sogar bei 68 Stunden. Fünf Minuten Laden reichen für zwei Stunden Musikhören mit aktivem ANC. Beim Gehäuse setzt Nothing auf Aluminium, gefrästes Titan und 9H-Panda-Glas. Das Ganze wiegt 327 Gramm und ist nach IP52 zertifiziert.

Golem zeigt sich im Praxistest begeistert — vor allem die Steuerung und der Transparenzmodus fallen positiv auf. Einzig die Hartschalenverkleidung statt eines richtigen Etuis und die misslungene Trageerkennung trüben den Eindruck leicht. Wer bereits die kabelgebundenen ANC-Earbuds von Bose auf dem Schirm hat, bekommt hier die kabellose Premium-Alternative.

Ehrlich gesagt finde ich den Dreifach-Treiber-Ansatz für 349 Euro ziemlich mutig — Sony und Apple verlangen für ihre Flaggschiffe ähnlich viel, bieten aber keine vergleichbare Treiber-Architektur. Bin gespannt, ob sich das im Langzeit-Vergleich auszahlt.