Kleinanzeigen schleust eure Chat-Nachrichten durch KI-Modelle — und zwar standardmäßig, ohne dass ihr dem aktiv zugestimmt habt. Das Ziel: Verkäufern automatische Antwortvorschläge generieren, damit Anfragen schneller beantwortet werden. Klingt praktisch, ist aber datenschutztechnisch mindestens fragwürdig.

Die Plattform betont, dass personenbezogene Daten nicht fürs Training der KI verwendet werden. Die Verarbeitung erfolge anonymisiert, etwa über eine vorgeschaltete Datenfilterung. Was genau gefiltert wird und welches KI-Modell zum Einsatz kommt, verrät Kleinanzeigen allerdings nicht.

Wie schaltet ihr die KI-Analyse ab?

Öffnet die Kleinanzeigen-App und tippt auf „Meins". Über das Zahnrad-Symbol oben rechts gelangt ihr in die Einstellungen, dort auf „Datenschutz". Den Eintrag „KI-Analyse von Deinen Nachrichten" findet ihr dort als Schalter — umlegen, fertig. Kleinanzeigen bestätigt: Nach der Deaktivierung findet keine Analyse mehr statt. Die Antwortvorschläge fallen dann natürlich ebenfalls weg.

Auf Reddit und in App-Bewertungen gibt es Berichte, dass der Schalter sich gelegentlich von selbst zurücksetzt. Kontrolliert die Einstellung also am besten nach einem App-Update nochmal. Mindestens ein Nutzer hat den Fall bereits beim Berliner Datenschutzbeauftragten gemeldet — die Behörde hat Kleinanzeigen zu einer Stellungnahme aufgefordert.

Ehrlich gesagt finde ich es dreist, so eine Funktion als Opt-out zu gestalten. Millionen Nutzer chatten auf der Plattform über Preise, Adressen und persönliche Details. Das als „optionale Komfortfunktion" zu verkaufen, während es ab Werk aktiviert ist, passt nicht zu dem Datenschutz-Bewusstsein, das nach Vorfällen wie dem Gyazo-Datenleck eigentlich selbstverständlich sein sollte. Schaut in eure Einstellungen — zwei Tipps, und ihr habt Ruhe.