Zoll, Polizei und Steuerfahnder haben heute europaweit zugeschlagen: Rund 160 Durchsuchungen in 19 Ländern, sieben Festnahmen, darunter ein mutmaßlicher Haupttäter in Düsseldorf. Der Vorwurf: Eine Bande soll seit 2017 mindestens eine Million gefälschte Samsung-Smartphones als Neuware verkauft haben.

Die Geräte bestanden laut Europäischer Staatsanwaltschaft (EUStA) aus gebrauchten Teilen, die in Werkstätten in Dubai und Hongkong gereinigt, zusammengebaut und professionell verpackt wurden. Äußerlich waren sie von echten Samsung-Modellen kaum zu unterscheiden. Über Online-Plattformen wie Amazon landeten sie vor allem bei deutschen Käufern — der geschätzte Schaden liegt bei mindestens 300 Millionen Euro. Allein in Deutschland sollen die Hintermänner rund 25 Millionen Euro an Mehrwertsteuer hinterzogen haben, indem sie über Briefkastenfirmen Einfuhren verschleierten.

Wie flog die Masche auf?

Abgehörte Telefonate brachten die Ermittler auf die Spur: Demnach importierte die Gruppe monatlich zwischen 10.000 und 20.000 Geräte aus China und Dubai nach Europa. Die Koordination übernahmen die EUStA, das Zollfahndungsamt Essen und die Polizei Düsseldorf. Insgesamt waren rund 1.770 Fahnder im Einsatz. In einer Lagerhalle in Krefeld stellten Beamte Tausende mutmaßlich gefälschte Handys sicher.

Wer ein vermeintliches Samsung-Schnäppchen online gekauft hat, sollte die IMEI-Nummer über Samsungs eigene Service-Seite prüfen. Stimmen Modellbezeichnung und hinterlegte Seriennummer nicht überein, ist das ein klares Warnsignal. Ehrlich gesagt zeigt der Fall, wie einfach sich Verbraucher bei Marketplace-Käufen täuschen lassen — eine Bewertung von 4,3 Sternen hat die betroffene Firma bei Amazon trotzdem bekommen.