Digitaler Kassenbon: Ab 2028 wird Papier zur Ausnahme
Das Bundeskabinett macht den digitalen Kassenbon ab 2028 zum Standard. Was sich für euch beim Einkaufen ändert und wer ausgenommen ist.

Zwei Brötchen, ein Papierstreifen, ab in den Müll — das kennt ihr. Das Bundeskabinett hat jetzt einen Gesetzentwurf durchgewunken, der die Pflicht zur Ausgabe von Papierbons ab Januar 2028 abschafft. Stattdessen werden digitale Kassenbons zum Standard.
Konkret heißt das: Kunden bekommen den Beleg künftig per QR-Code auf dem Kassendisplay, per E-Mail, über Kundenkarten wie Payback oder die Händler-App. Papier gibt es nur noch auf ausdrückliche Nachfrage. Bei rund 20 Milliarden Transaktionen pro Jahr in Deutschland spart das eine Menge Thermopapier, das ohnehin schlecht recycelbar ist. Große Ketten wie Lidl, Rewe und Netto bieten digitale Belege bereits an.
Kassenpflicht trifft offene Ladenkassen
Neben dem digitalen Bon dreht die Regierung auch an einer zweiten Schraube: Rund 115.000 offene Ladenkassen stehen laut Caschy noch auf deutschen Verkaufstresen — Kassen, bei denen Umsätze gar nicht oder nur handschriftlich festgehalten werden. Wer mehr als 100.000 Euro Jahresumsatz macht, muss ab 2028 zwingend auf ein elektronisches Kassensystem umsteigen. Ausgenommen sind Betriebe mit weniger als 12.000 Euro Barumsätzen pro Jahr, außerdem sollen Sonderregeln für Vertrauenskassen auf Selbsternte-Feldern und kleine Hofverkäufe folgen.
Die Wirtschaft reagiert gespalten. Der Handelsverband Deutschland (HDE) kritisiert laut CHIP, im Koalitionsvertrag sei die „vollständige Abschaffung der Bonpflicht" vereinbart worden — nicht deren Digitalisierung. Auch das Bäckerhandwerk und der Dehoga warnen vor hohen Umstellungskosten, besonders für kleinere Betriebe mit älteren Kassensystemen.
Ehrlich gesagt finde ich den Schritt überfällig. Wer schon mal in Schweden oder Portugal eingekauft hat, weiß, dass digitale Belege dort seit Jahren reibungslos funktionieren. Ob die Ausnahmeregeln am Ende wieder so großzügig ausfallen, dass die Zettelwirtschaft durch die Hintertür weiterlebt — das wird sich zeigen. Wer sein Smartphone ohnehin zum Bezahlen nutzt, wird den Umstieg kaum bemerken.